Philosophieren

    • Ich würde es so sehen, dass wir durch unseren Intellekt auf diesen Weg kommen, aber ihn nicht aktiv dazu verwenden können, um unseren Kern zu erforschen. Was ist die Kontemplation? Und, ja die einfacheren Wege, die sollten wir auch öfter wählen. Wir erschweren uns das Leben in vielen Bereichen unnötig.


      Neben Erziehungswissenschaften und Mittelschulpädagogik habe ich ein Hauptfach: Deutsch als Zweitsprache und drei Nebenfächer: Deutsch, Englisch und Musik.
    • Kontemplation ist eine Form der Meditation. Meditation ist ja meistens gegenstandslos oder versucht, ein Koan zu lösen, ein absurden Rätsel, für das es keine rationale Lösung gibt. Bei der Kontemplation vertiefst man sich in einen Text oder ein Problem oder eine Musik, und lässt unzensiert all die Gefühl hochkommen, die aufsteigen wollen. Oder man visualisiert ein inneres Bild usw. Wenn man so will, ist Meditation immer unkonkret, während die Kontemplation sich eher einem konkreten "Thema" zuwendet.

      Musikstudium. Toll... Mein Kindheitstraum.
    • Kontemplation ist wohl das, was in meiner Religion ausgeübt wird. Meine Religion ist das Alevitentum, ich spiele auch "die heilige Gitarre", wie man sie nennen würde. Original ist sie eine "Saz" und unsere Vorfahren waren schon immer ein unterdrücktes Volk, das seinen Kummer in Lieder und Gedichte kompensiert hat. Dabei kommen die authentischsten Texte heraus, da die Gefühle dahinter real und unverfälscht sind. Es ist nicht nötig über Texte zu reden, wenn man seine Seele und seine Saz sprechen lässt.

      Das Musikstudium macht Spaß aber leider kann ich meine Saz nicht als Instrument benutzen und muss daher noch die akustische Gitarre lernen. Was hast du gemacht? Also wenn du sagst es ist dein Traum.
    • Das ist ja sehr interessant. Über die Aleviten weiss ich nicht viel, aber ich habe mich mal lange mit dem Sufismus beschäftigt, weil ich deren Musik so wunderbar finde. Saz ist ein tolles Instrument! Soviel ich weiss, ist sie verwandt mit der Oud, oder? Beide sind ja Lauteninstrumente, die Oud hat einen kurzen Hals, die Saz einen langen Hals. Aber viel mehr weiss ich auch nicht, höre aber beides sehr gern.

      Wie schade, dass man Deine Saz im Studium nicht anerkennt... Sie ist doch ein vollwertiges Instrument!

      Ich war bis zu meiner Verrentung Sozialpädagoge. Musik und/oder Kunst hätte ich damals nach dem Abitur gern studiert, aber es war nicht möglich. Warum nicht, würde hier zu weit führen.

      Lieben Gruss

      Peter
    • Die Oud habe ich durch den libanesischen Jazzmusiker Rabih Abou-Khalil kennengelernt, und die Saz durch den wunderbaren Film "crossing the Bridge" über die Jazz- und Weltmusikszene in Istanbul. In diesem Film trat Orhan Gencebay auf, der wohl einer der bedeutendstenSaz-Spieler der Türkei ist (so wird es jedenfalls im Film dargestellt)





      Ich habe als SozPäd im therapeutischen Bereich gearbeitet.

      LG

      Peter
    • Pjotr schrieb:

      Das hört sich ja super an. Vermutlich sind die jungen Leute alle alleine hier, oder? Und das ist dennoch hart, trotz zufriedenstellender Bedingungen.
      Definiere "zufriedenstellende Bedingungen".
      Das beste wäre doch, wenn niemand fliehen müsste.

      Ich fänd es schlimm, wenn sich meine Kinder in dieser Lage befänden.
      Letztlich ist es eine Welt.
      Völkerwanderungen durch Hunger, Durst und Krieg gab es immer.
      Nur das man mittlerweile enger zusammenrücken muss, weil wir immer mehr werden, das macht es nicht einfacher.

      Ich stelle es mir unendlich hart vor, völlig fremd in einem Land, wo man auf die Gunst anderer angewiesen ist und das auch länger als 2 Wochen, die sonst ein Durchschnittsmensch im Ausland im Urlaub verbringt.
      Wobei man ja dann noch erwartet, das jeder die eigene Landessprache spricht und es auch überall Currywurscht und Schnitzel gibt. ||

      Ich wünsche mir für die ganzen jungen Menschen einfach eine Zukunft, mit der sich leben und planen lässt und dass diese irgendwann die Möglichkeit haben, Dinge und Einstellungen zu verändern und glücklich werden können.





      Wenn Dir das Leben mal wieder einen Tritt in den Hintern gibt,
      dann nutze den Schwung um weiterzukommen.
    • Troll schrieb:

      Definiere "zufriedenstellende Bedingungen".
      Das beste wäre doch, wenn niemand fliehen müsste.
      Ohne Frage. Nur könnten die Jungs ja auch in einer Umgebung leben müssen, die voller Hass und Abwehr ist, das ist ja Deutschland fast zur Regel geworden. Mit "zufriedenstellenden Bedingungen" meinte ich jene, unter denen diese konkreten Jungs hier leben müssen. Da hätte es schlimmer kommen können, siehe aktuell Cottbus oder all die Heime/Häuser, die schon in Flammen aufgegangen sind. Dass jede Flucht eine Katastrophe ist, jeder Krieg, jede Hungersnot, jedes menschliche Elend, darin sind wir uns hier alle einig, denke ich mal.

      LG

      P.
    • Pjotr schrieb:

      Nur könnten die Jungs ja auch in einer Umgebung leben müssen, die voller Hass und Abwehr ist, das ist ja Deutschland fast zur Regel geworden
      Hm....

      Ich würde es eher Unwissenheit und Angst vor dem Unbekannten nennen.
      .
      Verstehen kann ich nicht, dass diese Menschen, die von "meinem Land" und anderem Quatsch reden so verbohrt sind und auch noch daran festhalten und es nicht mal darauf ankommen lassen, andere Menschen und Kulturen kennenlernen zu dürfen.
      Das nenne ich dann eher Dummheit.
      Dummheit und Abwehr ist eine schlechte Kombination.
      Bei denen kann man ja leider auch nicht gegen argumentieren.
      Irgendwo steht einer hinter ihnen und redet in bester NLP Manier auf diese Leute ein und die glauben dann auch jeden Mist, weil es genau das ist, was sie hören wollen.


      Leider gibt es ja auch immer noch genug, die Propaganda verbreiten und gegen alles und jeden sind, obwohl ich auch immer mehr die Erfahrung mache, dass es genug gibt, die den Rechten Parolie bieten.
      Es gibt sie also auch, die netten Menschen.

      Ich gehe immer davon aus, was wäre wenn...
      Ich habe das Glück in dieses tolle Land hineingeboren zu sein.
      Mich hätte es auch anders treffen können und kann es noch.
      Niemand kann die Zukunft vorher sagen.
      Wenn ich meine Kinder in eine ungewisse Zukunft schicken müsste, ich würde als Mutter auch wollen, dass es irgendwo nette Menschen gibt, die sich ihrer annehmen.





      Wenn Dir das Leben mal wieder einen Tritt in den Hintern gibt,
      dann nutze den Schwung um weiterzukommen.