Weshalb ich keine Tiere esse.

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    • Vielleicht meint Labi, dass Peta sich gern moralisch WEIT über andere stellt. Aber dass z.B. in Peta-Tierheimen eine grosse Zahl nicht vermittelbarer Tiere eingeschläfert wurden oder immer noch werden, wird gern unter den Teppich gekehrt.

      Unabhängig davon, ob solche Einschläferungen sein müssen, sollte man sich mal vorstellen, wie Peta reagieren würde, wenn z.B. andere Tierheime ihre Tiere, wenn man sie nicht vermitteln kann, töten würde! Da ging aber der moralisierende Punk ab.

      LG

      P.
    • Versprich nicht, was Du nachher nicht halten kannst, Herzi ! ;)
      Daß Deine Einschätzung zu einer "blacklist" so ausfällt - liegt an der Gesellschaft, wie sie nun mal ist.
      Und meiner, biografisch gewachsenen Situation/Einstellung.
      Es stimmt: "Der Abzug sitzt locker", insbesondere, was "Männer" angeht und der Themenbereich "Geschlechterrollen" etc.

      Vielleicht sollten wir die Kurve wieder zu den Mitbewohnern des Planeten kriegen: Tiere ! :D

      Was ich auch immer nicht so verstehen kann: Warum werden Fische auf dem Speiseplan immer so willkürlich von moralisch-empathischen Überlegungen ausgeschlossen ?
      Es gibt da ja einen Aspekt, der mich bald noch eher auf Fischessen verzichten läßt, als aufs "übliche" Fleisch, wiewenn das wohl nicht in dem Sinne dieses threads aufzufassen ist: Die Überfischung der Meere allgemein. Ein ganz bedenklicher globaler Zustand.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.
    • somefish schrieb:

      Was ich auch immer nicht so verstehen kann: Warum werden Fische auf dem Speiseplan immer so willkürlich von moralisch-empathischen Überlegungen ausgeschlossen ?

      Nun, ich denke, dass Fische sogar noch mehr leiden als andere Tiere. Als ich noch kein Vegetarier war, habe ich Fleisch gar nicht so gerne gegessen, wohl aber Fisch. Zwar nur bestimmte Sorten und Arten auf bestimmte Arzt zubereitet, aber das war für mich ein Genuss. Auf Fleisch konnte ich ganz leicht verzichten, Fisch habe ich noch ca. 1 Jahr gegessen. Aber dann wurde mir klar, dass Fische unsagbar leiden: Sie ersticken qualvoll, minutenlang, zerdrückt von Artgenossen, die genauso ersticken. Meine Frau isst (leider) noch Fisch, aber ich respektiere das, weil eine solche Entscheidung immer aus der Tiefe kommen muss. Sie blendet dieses Leid immer noch aus. Allerdings isst sie nur max. dreimal im Jahr Fisch und auch nie zuhause, sondern meist, wenn wir in ein bestimmtes Restaurant eingeladen werden, wo es hervorragende Fischgerichte gibt (aber auch vegane Gerichte, die ich dann gern esse!!!).

      *

      Eurer Diskussion über backlists etc. kann ich nicht folgen.

      LG

      P.
    • Ich habe nichts versprochen...

      Der Mensch is(s)t genetisch betrachtet ein Omnivore
      und kann physiologisch als 99% Karnivore
      oder 99% Herbivore leben.

      Jedes Lebewesen braucht Energie.
      Sog. höhere Lebewesen benötigen zur kalten Verbrennung
      jene Grundstoffe, die Pflanzen oder über den Umweg Tier
      eben diese liefern.
      Gehalten oder gejagt.

      Ja...die Meere sind überfischt.
      Aqua-Kultur ist Ernährungsphysiologisch/ ökologisch bedenklich,
      weil der Mensch um des Profites wegen Gifte in die Nahrungskette bringt.
      Bio-Aqua-Kultur ist somit m.E. noch aus o.g. Sicht tragbar.

      Ethisch ist mein Verzicht auf Fellträger in meinem Speiseplan
      also in der Tat ein relativ richtiger Weg zum Respekt vor der Kreatur.
      Leder, Eier, Milch werden auch produziert.
      ich achte auf zumindest relativ gute Haltungsbedingungen.


      Würden die Menschen weltweit zum Großteil auf Fleisch verzichten,
      wäre dem Planeten sehr geholfen...
      ...denn die Fleischproduktion vervielfacht den zwangsläufigen Anbau von Pflanzen.
      Aber letztlich wollen Aktionäre Profit machen.
      Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

      Es ist wie mit Kohlenwasserstoffen versus E-Mobilität.
      Ich fahre geschäftlich bereits 350.000 KM mit einem Hybriden.
      Ein reiner Stromer wäre schön, aber der Strom kommt eben nicht aus der Steckdose.


      Alles relativ, wie Du weißt, gell?


      Die Kuh beschenkt mich mit Milch und Milch-Produkten und gelegentlich
      ein Freiläufer-Huhn mit nem Ei.
      Danke schön :)
      Leder...weiß noch nicht.

      Aber Fell- oder Federträger essen?
      Nö---so weit bin ich immerhin gekommen ;)
      Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst.
      Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī
    • Es stimmt, alles ist relativ.... und "besser" ist - besser.
      Aber es scheint keine Formel zu geben, die "glatt aufgeht". Nicht mit bekannten Argumenten; jedenfalls nicht, wenn man die Modelle dann auf globale Maßstäbe extrapoliert. Z.B., "selber jagen", sich spirituell mit dem Tier auseinandersetzen usw. Kaum eine massentaugliche Lösung.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.
    • Herzi schrieb:

      Die Kuh beschenkt mich mit Milch und Milch-Produkten und gelegentlich
      ein Freiläufer-Huhn mit nem Ei.
      Danke schön
      Lieber Herzi,

      Du weisst, dass ich mich sehr freue, dass Du diesen Weg gehst. Und ich würde auch weder bei Dir noch bei meiner Frau noch bei irgendeinem anderen Menschen kritisieren, dass er Fisch, "Biofleisch" o.ä. isst. Wie gesagt, ist das eine tiefe persönliche Entscheidung.

      Aber dieser Wortwahl MUSS ich widersprechen. Die Kuh "schenkt" das nicht. Es wird ihr entnommen. Die Milch ist eigentlich fürs Kälbchen, das der Kuh aber nach der Geburt genommen worden ist. Auch im Biobauernhof ist das so. Und auch die Henne "schenkt" Dir (und hin und wieder mir) nicht ihr Ei, das wird ihr genommen. Gedacht ist es als Jungküken, nicht als Spiegelei.

      Schenken ist etwas Freiwilliges. Und die Tiere schenken uns das alles nicht, denn sie geben es ja nicht freiwillig her.

      LG

      Peter
    • Ein Verzicht auf Tiere als Nahrungslieferanten wäre eine aufgehende Lösung.

      Physiologisch im Sinne des Menschen besser...ökologisch allemal.

      Ja...besser ist besser.

      Ganz einfach.


      Katzen sind Karnivore und auf Leder kann Mensch verzichten.
      Tausende winzige Effekte, aber...aber winzigst, wenn man den Giganten
      der Fleischproduktion und die Konsequenzen auf allen Ebenen betrachtet.

      Fleisch-Verzicht oder auch nur Reduktion hilft allen Menschen
      und der Erde sowieso...
      ...meine Motivation war die Tierfolter.
      Der obige Effekt ist eigentlich ein Nebeneffekt ;)
      Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst.
      Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī
    • So, mal sehen, ob ich meine Gedanken zum PETA-Populismus in Worte zu fassen, und das auch noch ohne all zu emotional zu werden.

      Pjotr hat da schon einen seh guten Punkt aufgeführt.
      Aber ich will mich mal noch ein paar konkreter Vorkommnisse entsinnen:
      - Gleichstellung von Nutzern tierischer Erzeugnisse mit Nazis des 3. Reichs ("Holocaust auf Tellern")
      - Strafanzeigen und Verleumdungen gegen Tierhalter (und Jäger), die sich an Recht und Gesetz halten und nach guter fachlicher Praxis arbeiten (Es gibt natürlich auch andere, aber unter den PETA-Opfern waren meines Wissens noch keine dabei, die sich dann auch einem Verfahren stellen müssten. Der Ruf ist trotzdem dahin.)
      - hirnlose Tierbefreiungsaktionen mit der Folge, dass die Befreiten in den Wäldern der Umgebung einem leidvollen Ende entgegensehen, weil für das Leben in freier Wildbahn gar nicht ausgestattet/ausgebildet
      - Einbrüche und nächtliche Aufnahmen aus Tierställen willkürlich zusammenschneiden und in falsche Zusammenhänge bringen (Im Übrigen: Wer schon einmal nächtliche Aufnahmen mit schlechter oder gar nicht vorhandener Beleuchtung gemacht her weiß, dass auf solchen Aufnahmen Tiere, auch Menschen, immer ungesund aussehen.)

      Das sind nur ein paar kurze Stichpunkte.
      Typisch für Populisten: vereinfachte Zusammenhänge anbieten, eigenständigem Denken nach Möglichkeit vorbeugen, augenscheinlich simple Lösungen anbieten, die aber bei genauerer Betrachtung in der Regel nicht mal zur halben Stecke durchdacht sind.
      Ja, ich habe diesen Verein echt gefressen ...

      ---

      Jetzt möchte ich aber doch auch nochmal den Bogen zum eigentlichen Thema hier schlagen.
      Es ist natürlich wahr: in der so genannten Ersten Welt wird zu viel Fleisch (und Derivate) konsumiert. Zu viel für den humanen Metabolismus, so denn der Trend zur Erweiterung der durchschnittlichen Lebenszeit beibehalten werden soll, zu viel auch für die Umwelt und zu viel auch im Sinne einer Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Daran kann auch ich nicht vorbeisehen.

      Allerdings: die Nahrungskonkurrenz ist deutlich kleiner als landläufig dargestellt. Das Getreide, das in die Tierfütterung geht ist meist aus unterschiedlichste Gründe für die Humanernährung nicht geeignet. In der Regel sind es qualitative Mängel, die dazu führen, dass das Getreide in den Futtertrögen landet. Jeder Bauer wäre bescheuert, wenn er sein Produkt billig als Futtergetreide verkaufen würde, wenn er auch den anderen Weg gehen könnte.
      Die mit Abstand bedeutendsten Eiweißkomponenten Soja- und Rapsextraktionsschrot sind Nebenprodukte der Pflanzenölherstellung. Kein Hektar Regenwald wird gerodet um Soja für Tiere anzubauen.
      Ich will gar nicht alles schönreden, denn eine gewisse Konkurrenz besteht natürlich trotzdem. Ich möchte aber gerne die Relationen ein bisschen gerade rücken, Zusammenhänge nennen, die "draussen" nicht benannt werden, weil sie nicht populär sind.

      Weiterhin: Der Begriff "biovegan" schließt sich quasi selbst aus. Denn womit soll denn der Bio Bauer seine Felder düngen? Und da kommt nicht nur Fülle und Festmist auf die Äcker. Hornmehl ist ein Dünger, der seit jeher eine große Bedeutung im Biolandbau hat.

      Und dann noch kurz das folgende: Wenn wir die Rinder abschaffen, dann verlieren wir nicht nur jede Menge Fläche, die wir ungenutzt lassen müssen - der Wiederkäuer ist das einzige Wesen, das in der Lage ist, aus absolutem Grasland, wo also nichts wächst, aus dem der Mensch ernährungsphysiologisch Nutzen ziehen kann, doch noch verwertbare Lebensmittel zu machen.
      Was mit vielen dieser Flächen passieren würde, wenn man sie nicht mehr bewirtschaften würde: sie würden vermooren. Und das in diesen Mooren gebildete Methan würde die Rülpser der Kuh vielfach übersteigen.

      Nochmal: Relationen zurechtrücken!
      Der Mittelweg ist meiner Meinung nach der einzuschlagende, betrachtet man die Menschheit als Gesamtheit, ungeachtet einer bewussten Entscheidung des Einzelnen aus Gründen der Ethik, die ich hier völlig unbeachtet gelassen habe, der Gesundheit, persönlicher Vorlieben o.ä.
      Die schwerwiegendste und gefährlichste aller Resistenzbildungen ist immer noch die Faktenresistenz.

      Mia Paulsen, Uni München
    • Das geht nur über den Weg der Überzeugung. Verbote führen nur in die Illegalität.
      Da legalisiert man auf der einen Seite Cannabis und verbietet auf der anderen Fleisch ... nö, so funktioniert das nicht.
      Die schwerwiegendste und gefährlichste aller Resistenzbildungen ist immer noch die Faktenresistenz.

      Mia Paulsen, Uni München
    • Labi schrieb:

      Das geht nur über den Weg der Überzeugung.
      Lieber Labi,

      die Frage ist nur: Wie?! Ohne deutliche (!) Bilder geht es nicht. Die sollte sich Peta und Co aber nicht durch Einbrüche etc. beschaffen, sondern durch Gespräche mit Bauern. Es gibt durchaus Bauern (nicht nur Biobauern!!!), die das, was sie tun, selbst schrecklich, unmenschlich und unmoralisch finden (ein entfernter Cousin ist so jemand), aber keine andere Wahl haben, wenn sie gegen die "Giganten" überhaupt eine Überlebenschance haben wollen. Solche Bauern sind auch ohne Einbruch bereit, bei sich fotografieren zu lassen, da gab es sogar mal eine TV-Sendung drüber.

      Aber wenn Du glaubst, mein lieber Labi, dass es ohne Schockbilder ginge, und dass allein Rationalität und Argument irgendetwas verändern würden, dann muss ich Dich naiv nennen, obwohl mir diese Eigenschaft gerade bei Dir noch nie untergekommen ist ;)

      LG

      Peter
    • Lieber P., (da öffentlich)

      hast Du ein Glück, dass wir kein Veganforum sind. :hihi:
      Und auch wenn das OT ist: Das ist einer der Hauptgründe, warum mir das hier mit Euch so gefällt: man kann vom Grundsatz her noch so konträrer Meinung sein, es bleibt trotzdem immer ein Austausch, artet (fast) nie in ein Hauen und Stechen aus und es gibt immer gegenseitige Anknüpfungspunkte.
      Die schwerwiegendste und gefährlichste aller Resistenzbildungen ist immer noch die Faktenresistenz.

      Mia Paulsen, Uni München