Weshalb ich keine Tiere esse.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Pjotr schrieb:

      Aber wenn Du glaubst, mein lieber Labi, dass es ohne Schockbilder ginge, und dass allein Rationalität und Argument irgendetwas verändern würden, dann muss ich Dich naiv nennen, obwohl mir diese Eigenschaft gerade bei Dir noch nie untergekommen ist
      Danke für die Blumen. :) :schaem:
      Schockbilder aus den Ställen werden die Überzeugungen auch nicht ändern können. Da ist die Gesellschaft einerseits zu abgestumpft, andererseits zu eingefahren.
      Diejenigen, die sich der Ernährung ausschließlich fachlich nähern, wissen, dass unsere Lebensmittel noch nie in der Geschichte der Menschheit so sicher waren wie heute. (Mit der ernährungsphysiologischen Qualität hat das allerdings nichts zu tun!) Unabhängig von Tier oder Pflanze.
      Die Konsumenten, die sich emotional mit dem Thema befassen, brauchen auch keine Schockbilder.

      Die Überzeugung muss gesellschaftsweit wachsen ... die Bewegung nimmt ja Fahrt auf, wird sich auch nicht mehr aufhalten lassen. Das dauert natürlich seine Zeit, wie das mit "großen Enrwicklungen" immer ist. Aber ich bin überzeugt, dass die Pflanze in 50 Jahren einen Stellenwert in der Ernährung des wohlhabenden Menschen einnehmen wird, der sich heute noch nicht bemessen lässt.
      Die schwerwiegendste und gefährlichste aller Resistenzbildungen ist immer noch die Faktenresistenz.

      Mia Paulsen, Uni München
    • Tja und jetzt bin ausgerechnet ich wieder da, pfffrrrt. :lmk:
      Der "kleine" Fanatiker. :D
      Nein, im Ernst: Gut, daß ihr das schon angesprochen habt: Die Veganer-Szene ist ja leider oft ziemlich sektiererisch unterwegs.
      Und "Mittelweg" ... ich weiß nicht, dafür scheint es mir zu spät, rein von der Sachlage her. Der Ist-Zustand ist ja auch nicht mal in der Nähe einer theoretisch beschreibbaren Mittellinie.


      Labi schrieb:

      Schockbilder aus den Ställen werden die Überzeugungen auch nicht ändern können. Da ist die Gesellschaft einerseits zu abgestumpft, andererseits zu eingefahren.
      Glaube ich nicht (ganz)! Und wenn: Was weiter ? Eine zwangsläufige Eskalation - oder eben nichts.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.
    • War doch n schöner gag, nicht ? :D

      Labi, wie verbindest Du in Deinen Prognosen die Stichworte "eingefahren, abgestumpft" und "die Bewegung nimmt Fahrt auf", "in 50 Jahren..." ?
      "Fachlich beobachtet" kann man sehen, mit welch rasanter Geschwindigkeit der Machtzuwachs von Bayer-Monsanto und CO.KG. zunehmen. Wie das Artensterben sich beschleunigt, wie ineffizient nach wie vor Schutzgebiete, Reservate bleiben (Stichwort Wilderei), wie sich katastrophale Technologien wie fracking ausbreiten. Diese Liste könnte noch recht lang werden, weitergedacht.
      Beim "Ober-topic" Klimaschutz kann man es doch gut sehen: Die Lage ist wie bei einem riesigen Supertanker. Bevor der Befehl, das Ruder zu ändern, tatsächlich ankommt, bei zig Tonnen in Bewegung...
      Nun mache ich mir auch keine großen Hoffnungen, irgendeine Radikalisierung könnte hier Abhilfe schaffen. Ich möchte aber nur auf die Lage hinweisen, wie bedrohlich sie in meinen Augen ist.Weltweit.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von somefish () aus folgendem Grund: RS; Worte sollten nicht auf den St(r)ich gehen...

    • @somefish Oh, das ist eigentlich ganz einfach: die Bewegung ist nicht die Gesellschaft. Der Vergleich mit dem Tanker Gesellschaft ist gut. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich in Sachen Ernährung auch ein Tanker bin.

      Jede bedeutende Bewegung hat ebensolche in die Gesellschaft gebracht. Eine Bewegung kann auf der anderen Seite auch nur bedeutend werden, wenn die Zeit dafür reif ist. Aber Änderungen müssen einsickern.

      Die Bedeutung der Großkonzerne sehe ich persönlich weniger kritisch und durch einen durchaus erkennbaren Trend zur Re-Regionalisierung teilweise sogar wieder auf dem Rückzug.

      Wenn ich das, was ich im Folgenden schreibe, bei mir in der Arbeit von mir geben würde, dann würde das mindestens einen wilden Aufruhr verursachen, aber ich bejahe in Teilbereichen die deutlich positiven Aspekte der grünen Gentechnik, Stichwort "Goldener Reis". Allerdings sehe ich auch, dass man das Thema rechtlich anders aufzäumen müsste, um die Anhängigkeiten zu minimieren. Und dass GVO nicht immer Sinn machen (Round-Up-Ready), sondern häufig doch unternehmenspolitischen Interessen dienen, unbestritten. Unter anderem deshalb auch die Förderung nach rechtlichen Rahmenbedingungen, die dem Thema und dem tatsächlichen Gefährdungspotential, wirtschaftlich und biologisch, angemessen sind. Aber auch hier ist Differenzierung eben wieder das Entscheidende.
      Und nur große Unternehmen haben auch den finanziellen Hintergrund, auf dem Gebiet entsprechend fundierte Entwicklungsarbeit zu leisten. Das soll dann auch honoriert werden, aber die Anwender eben nicht in Abhängigkeiten treiben.
      Die schwerwiegendste und gefährlichste aller Resistenzbildungen ist immer noch die Faktenresistenz.

      Mia Paulsen, Uni München
    • Also wir essen schon Fleisch, aber nur Biofleisch direkt vom Bauern geholt. Auch Milch und Eier hole ich von dort. Wir haben auch einen Fleischhauer der selber Jäger ist und dort kaufen wir Rehsalami, Rehwurst,.... ein.
      Natürlich gibt es bei uns sehr viel Wild. Aber ich versuche jeden zweiten Tag ohne Fleisch zu kochen. Funktioniert ganz gut eigentlich.
      Ich denke mir, eine Familie mit Hartz4 kann sich kein Biofleisch oder Biogemüse leisten und deshalb wird es immer Massentierhaltung geben. Aber zumindest ist es schon gut, wenn Leute mit Berichten von Massentierhaltung wachgerüttelt werden.
    • Das Problem, sind nicht die hatz4-Empfänger. Klar, die können sich kein Bio-Fleisch leisten.
      Und das reichste Prozent wird auch nicht das Problem sein, die quälen lieber den Stör, um an ihr Grundnahrungsmittel zu gelangen.

      Das Problem ist, was machen wir mit den Leuten, die jetzt Massentierhaltungsfleisch essen, sich aber Bio leisten können. Wenn die jetzt alle auf Bio umsteigen....wo sollen die Flächen herkommen? Die dann den strengen Qualitätsstandards genügen. Von mir aus gerne. Ne große Wiese irgendwo auszuweisen ist mir wesentlich lieber, als noch ein Einkaufszentrum.
      :borg:
    • hani schrieb:

      Ich denke mir, eine Familie mit Hartz4 kann sich kein Biofleisch oder Biogemüse leisten und deshalb wird es immer Massentierhaltung geben.
      Nun, hani, man kann auch SEHR gut ohne Fleisch leben ;) Ich staune immer, wenn ich Interviews sehe, wo sehr dicke Frauen und sehr dicke Männer darüber klagen, dass sie nichts zu essen haben wegen Hartz 4. Und fragt man dann näher nach, heisst es, sie können sich nur 5mal die Woche Fleisch leisten und nur täglich einmal Wurst. Ich will nicht zynisch sein (ich bin ja selbst übergewichtig!), aber eine andere gemüselastigere Ernährung täten diesen Leuten sicherlich gut...

      hani schrieb:

      Aber zumindest ist es schon gut, wenn Leute mit Berichten von Massentierhaltung wachgerüttelt werden.
      Ja, das finde ich auch.

      LG

      Peter
    • Ich kenne die grüne Position im Einzelnen nicht, möchte aber selbst dazu sagen:
      Gen-Technik ist generell gefährlich, in der Hauptsache aufgrund der unabsehbaren Folgen und Folgen der Folgen....
      Es gäbe auch noch ein denkbares politisches Argument: Über die Schiene "wir erfinden dann mal was" zögert man immer aufs Neue die Erkenntnis hinaus, daß doch bitte die Erdkugel und seine Biosphäre endlich ist und bleibt.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.
    • Nun, letztendlich ist jede Züchtung, jede Neukreuzung usw. nichts anderes als "Gentechnik". Selbst Kreuzungen, die ohne den Menschen zustande kommen, sind Gentechnik und können durchaus auch schädlich sein.

      Ich will das gar nicht verharmlosen. Aber man KANN nicht alles Tierleid beseitigen, alle Umweltverseuchung (Gülle!) verbieten, den ganzen Globus schonen, den Hunger in der Welt eliminieren und gleichzeitig gegen jede Art Gentechnik sein. Das ist absolute Illusion und unrealistisch, ähnlich wie das Argument, wir brauchen keine Kraftwerke mehr, wir beziehen unseren Strom aus der Steckdose ;)

      LG
    • Als sinnig (und hier möglich) erachte ich die Trennung ethischer und
      rational ökologisch/ ökonomischer Aspekte.

      PETA: Ich persönlich mag diese marktschreierische Art nicht.
      Da profilieren sich Leute in den Medien und pflegen so ihr Ego.
      Aber die bekannten Aktionen unter Leuten- umgesetzt von jungen Leuten,
      die von Herzen für die Sache des Tierschutzes kämpfen-
      diese Aktionen haben mich zumindest unterschwellig erreicht
      und sie kamen zu den anderen Tropfen, die mich anschoben...
      ...anschoben, in die m.E. richtige Richtung.


      Also lieber Labi... :D
      Deine fachliche Kompetenz und dein unemotinales analytisch/
      wissenschaftliches herangehen an eine Sache reizt...mich...angenehm ;)

      * Physiologisch betrachtet sind Fleisch und sog. tierische Nebenprodukte
      für den Menschen entbehrlich...das sie es in Gänze sind, behaupte ich nicht.
      * Der Anbau hochwertiger Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst usw.
      würde dem Landwirt sowohl seine existenzielle Notwendigkeit (und so auch
      seine eigene wirtschaftliche wieder sichern...) erbringen (bei zunehmenden Fleisch-Verzicht)-
      als auch in Sachen CO2-Fußabdruck bzw. im allgemeinen ökologisch/ ökonomischen
      Kontext für grob gesagt mehr Sicherheit und etwas mehr Unabhängigkeit
      vom Diktat der Börsennotierten Profitgier des Kapitals ermöglichen.
      Jedenfalls theoretisch...in Anbetracht der Vorgänge in Afrika...
      Der Mensch ist das größte Übel des Menschen... :(
      * CO2: 1 Kilo Rindfleisch entspricht 1.600 Kilometer Autofahrt - NATIONAL GEOGRAPHIC
      * afrique-europe-interact
      * Der große Plan: IWF-Kredite als Mittel zur Ausbeutung der Völker - DWN
      * Unsere Investitionen

      * Also vermoorung von Weideflächen und höhere Methanemmisionen als unausweisliche Folge...
      ...das hört sich nicht nach dem Labi an, den ich kenne :D
      Weideflächen sind nur zu einem Teil dazu überhaupt prädestiniert.
      Ein Moor wächst- so es überhaupt entstehen konnte p.a. <1mm pro Jahr.
      Und wie Xardas schon schrieb, produziert Wald, Urwald, Buschland und auch ein Erlenbruch
      kein CO2, sondern o2 und bindet somit CO2 usw.
      Solche Flächen werden nicht gedüngt, verbrauchen keine Unmengen Wasser (wie es z.B. Rindern 'tun')
      und mal im Blick auf Südamerika, kann sich langsam der Regenwald wieder entwickeln,
      was dem Erdklima gut täte .........


      Es ist doch logisch: Die Produktion von Fleisch verbraucht Energie und erzeugt Emmisionen,
      die die Menschheit mittragen muss (alle) und unsere blaue Murmel
      muss dies alles hinnehmen... bis sie den Menschen wieder ausspuckt.

      Nein...Fleisch- Konsum darf doch nicht gestztzlich reglementiert werden...
      Nicht direkt...
      Aber es gibt z.B. restriktive Emmisionsgrenzen für PKW.
      Warum nicht für Lebensmittel und deren Emissionen in der Produktionen
      und eine entsprechende Besteuerung?
      Noch kommen solche Denkansätze dem Tanz ums goldene Kalb gleich...noch ;)

      Der Tierschutz wächst...gaaaaanz langsam und warum so zögerlich?
      Aus den gleichen Gründen, die z.B. Elektromobilität blockieren
      und alternatives wohnen/leben mit aller Kraft des Systems verhindern.
      Das System....
      Das Kapital...
      Aktionäre bestimmen unser Leben...Profit ist der Katalysator
      zur Vernichtung des Planeten per Infektion durch den Menschen.
      Wasser ist eine der Waffen...
      Wasser ist überlebenswichtig und läßt ganze Landstriche per Fingerschnipp
      aussterben...Wasser als Instrument und dort in den Händen von Extremisten
      oder Diktatoren, die das vorhandene Land und Wasser an Börsen-notierte
      Großunternehmen verkaufen und wo Nahrungsmittel für die Futterindustrie
      erzeugt werden und sich die überlebenden Kleinbauern aussuchen dürfen,
      ob sie verdursten, verhungern oder gemeuchelt werden...

      Kann sich die 1. Welt dies erlauben...sollte sie es?


      War nur ein kleiner Schwenk in einen grausamen Teilaspekt <span style="-webkit-tap-highlight-color: rgba(0, 0, 0, 0);">:(

      Es liegt an uns...
      Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst.
      Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī
    • Herzi schrieb:

      * Also vermoorung von Weideflächen und höhere Methanemmisionen als unausweisliche Folge...
      ...das hört sich nicht nach dem Labi an, den ich kenne
      Weideflächen sind nur zu einem Teil dazu überhaupt prädestiniert.
      Ein Moor wächst- so es überhaupt entstehen konnte p.a. <1mm pro Jahr.
      Da habe ich mich vermutlich etwas missverständlich ausgedrückt. Vermooren tun die Flächen, die durch die Bewirtschaftung dem Moor abgerungen wurden. So bald die Drainagen etc. Nicht mehr gewartet werden geht das ganz schnell. Und ganz wenige Fläche sind das nicht. Keine 50 %, klar, aber nicht vernachlässigbar.

      Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung muss man sich insbesondere bei angestrebter zunehmender Abkehr vom konventionellen Pflanzenbau auch bei sinkendem Fleisch Konsum die Frage stellen, wie viel Fläche man überhaupt aus der Bewirtschaftung nehmen kann. Aber dazu gibt es meiner Meinung nach noch keine seriöse Kalkulation. Sicher bin ich mir nur in Einem: der Flächenertrag sinkt in Zukunft weltweit aus Gründen des Klimawandels als auch aus Gründen der Ökologischen Wirtschaftsweise.

      Emissionen: der technische und züchterische Fortschritt hat eklatante Emissionsminderungen zur Folge. Und das ist natürlich auch vom Bauern gewünscht. Nicht der Emissionen wegen, aber jeder Molekül, das in die Luft geht hat er ja vorher teuer erarbeitet oder gekauft, als Futtermittel, Düngemittel etc., ist für sein Produkt aber nicht mehr nutzbar und verloren.
      Die schwerwiegendste und gefährlichste aller Resistenzbildungen ist immer noch die Faktenresistenz.

      Mia Paulsen, Uni München
    • Vielleicht sollte man/wir einfach unsere Ernährung umstellen.
      Wir brauchen in einem gewissen rahmen ja auch tierische Produkte.

      Mehlwürmer liefern diese Ebenso. Die lassen sich auf kleinsten Flächen züchten, sind genügsam was Futtermittel angeht und der Ausstoß von Klimagasen ist auch geringer. Und im übrigen gibt es Länder, die Regelmäßig mit Insektenplagen zu kämpfen haben.
      Diese Schwärme zerstören ein Teil unserer Nahrung. Also wäre es sinnvoll diese Plage Herr zu werden. Im Übrigen würde diese Maßnahme auch dafür sorgen, das man weniger Pflanzenschutzmittel benötigen würde.

      Wir müssten dem Raubtier Mensch also nur eine andere Nahrungsquelle schmackhaft machen. Und mal ehrlich: Wen interssiert es denn wirklich woraus das Fleisch eine Hamburgers besteht? :D
      :borg:
    • Ich wollte noch kurz auf den Fleischkonsum der Hartz IV ´ler zu sprechen kommen. Als ich damals als alleinerziehende mit zwei Kindern vom Amt leben musste konnte ich mir täglich Fleisch NICHT leisten. Wurst ja, eher, aber Schnitzel & Co mal eher nicht weil das einfach zu teuer war. Seinerzeit gab es einmal, MAXIMAL zweimal die Woche Fleisch, wenn überhaupt... und ich rede nicht von Biofleisch sondern von ganz normalem Fleisch aus dem Supermarkt. ich fand das damals teuer. ZU teuer... aber vielleicht hat sich das in den letzten zehn Jahren ja geändert... ich glaubs allerdings eher nicht...
      Whoever said Dreams don´t come true
      obviously never had a unicorn.