Diskussion zu Zitaten und Texten, die zum Nachdenken anregen

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    • Diskussion zu Zitaten und Texten, die zum Nachdenken anregen

      Eine schöne Idee ^^

      Pjotr schrieb:

      "Eine gute Welt braucht Wissen, Güte und Mut, sie braucht keine schmerzliche Sehnsucht nach der Vergangenheit, keine Fesselung der freien Intelligenz durch Worte, die vor langer Zeit von unwissenden Männern gesprochen wurden. Sie braucht einen furchtlosen Ausblick auf die Zukunft und eine freie Intelligenz.“

      Bertrand Russell, britischer Mathematikerphilosoph, 1872-1970, in: Warum ich kein Christ bin, Rowohlt Verlag 1968

      ein schönes Zitat.

      Dass eine gute Welt Wissen, Güte und Mut braucht denke ich bezweifelt niemand. Ich glaube eine gute Welt braucht mehr, aber das wäre ein ziemlich guter Anfang ^^

      schmerzliche Sehnsucht nach der Vergangenheit hat in der Tat noch niemanden weitergebracht, denn vergangenes ist vergangen und wir leben nunmal im Hier und Jetzt.

      was ist denn wohl gemeint mit "Fesselung der freien Intelligenz durch Worte die vor langer Zeit von unwissenden Männern gesprochen wurden"?
      Whoever said Dreams don´t come true
      obviously never had a unicorn.
    • Liebe Daniela,

      Moony schrieb:

      Ich glaube eine gute Welt braucht mehr, aber das wäre ein ziemlich guter Anfang

      Vielleicht ist es ja gerade diese Bescheidenheit, die etwas bewirken würde. Immer wollen alle "was ganz Grosses", "Geniales", "den grossen Wurf". Stell Dir nur einmal vor, es gäbe eine Welt, in der Wissen, Güte und Mut einen hohen Rang hätten! DAS wäre schon sehr viel. Und nicht nur ein "ziemlich guter Anfang"... Alles andere, was wichtig wäre, käme dann entweder "wie von selbst" oder aber es stünden ihm nicht die Barrieren im Weg, die heute existieren.


      Mit

      Moony schrieb:

      "Fesselung der freien Intelligenz durch Worte die vor langer Zeit von unwissenden Männern gesprochen wurden"?

      meint Russell alle Propheten, Gottessöhne, Religionsgründer, Verfasser angeblich "Heiliger Bücher" usw. Das Zitat ist aus einem Aufsatz, bzw. einer Rede, die Russell in den 20er Jahren gehalten hat, eine Anti-Christentum-Rede. Aber er meint nicht nur das Christentum, er meint alle sogenannten "Religionen". Vor allem wendet er sich dabei gegen die Intelligenz hohn sprechenden Theorien mancher Religionen und besonders ihrer "Kirchen".

      Liebe Grüsse

      Peter
    • Moony schrieb:

      schmerzliche Sehnsucht nach der Vergangenheit
      Früher war eben alles besser: Man hatte keine Toiletten, es gab die Pest, Eiszeiten, Mammuts, Säbelzahntiger, kein Feuer... :D

      So wird die die Vergangenheit nicht gesehen. Nur der Wunsch nach den kleinen tollen Momenten. Dennoch kann auch der Blick in die Vergangenheit nützlich sein. Eben um im Jetzt die Zukunft zu gestalten.
      Man kann aus der Vergangenheit eben auch gutes mitnehmen. Man muss diesem nicht schmerzhaft hinterher sehnen.
      :borg:
    • "schmerzliche Sehnsucht nach Vergangenheit" ist aber auch, natürlich, eine rhetorische Trickfigur, ich möchte das betonen !
      "Früher" kann eben auch heißen:
      • vor dem Faschismus
      • vor dem Krieg

      • vor der Atomkraft, vor Hiroshima & Co.

      • vor Ausrotten diverser Tier- und Pflanzenarten

      • vor Umholzen von Regenwald X oder Y ...

      Ein Orientieren (! Nicht 1 zu 1 "Nachbauen" ) an Vergangenem kann und sollte einen kritischen, korrigierenden Blick auf das akut Geschehende ermöglichen !
      Die Himmelsstürmer der "Modernisierer" hatten und haben allzu oft keinen Plan, was für Folgen ihre Ideen und Utopien nach sich ziehen.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.
    • Russell geht es ausdrücklich um das Christentum (wie der Titel des Buches schon sagt ;-)) und was es angerichtet hat in seiner Geschichte. Der Text ist in den 20er Jahren entstanden und gilt mMn immer noch.

      Und mir geht es darum, zu sagen, dass es schon völlig ausreichen würde, um eine bessere Welt zu schaffen, indem jedermann und jedefrau Mut, Güte und Wissen als Massstab nähme. All das andere an ethischen Grundwerten könnte (und würde wohl auch) dann nahezu zwingend daraus folgen. Aber ich wiederhole mich...
    • Und ich denke: Ohne wahre Gotteserkenntnis kann es nicht gehen !
      Diese von Dir benannten Werte .... brauchen einen festen Grund, die bestehen nicht irgendwie "aus sich heraus". "Güte" - warum, wozu, für wen oder was ? Ohne die spirituelle Erkenntnis der letztlichen Einheit von "Mensch & Gott" ist es ein immer ganz einfach anzuwendender "Trick", ein Kniff, mit einem Fingerschnippen des Gedankens, Menschen auseinander zu dividieren, Gründe dafür zu finden, warum "schwarz nicht gleich weiß ist", "Frauen nicht die Rechte von Männern haben", es Reiche und Arme geben soll oder muß. Und und und.... die denkbare Liste an Kriegsgründen usw. ist so lang wie die blutigen Seiten der geschriebenen Geschichte.
      Das tatsächliche, verinstitutionalisierte "Christentum" im Russell`schen Sinne mag man ja einfach angreifen und verurteilen können. Als Teil der Lügen und des Problems, ok.
      Aber die sog. "Aufklärung" benahm sich wie ein hysterisches triumphierendes Kind; wieder einmal bilderstürmerisch das Kind mit dem Bade ausschüttend. Da wird immer "Aberglaube" und Kirchenterror angeführt. Schön. Aber was ist mit dem wahren "Gott" ?
      Wissenschaft rettet uns nicht. Niemals. Aber dieser Aberglaube ...ist immer noch nicht am Ende, leider.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.
    • Du scheinst von der Aufklärung nicht sehr viel zu wissen. Das war die Epoche, die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Vernunft, Wissen und Toleranz als Werte in die vom religiösen Gesäusel und Gotteswahn heruntergekommene europäische Kultur gebracht hat. Auf GOTT kann ich in meinem Versuch, ethisch zu leben, verzichten. "Er" und ich, das ist UNSER Ding, unsere Sache, die niemanden etwas angeht. Aber auf diese Werte kann ich und kann die Gesellschaft nicht verzichten. Der Aufklärung die Schuld oder Verantwortung am gegenwärtigen Zustand der Welt zu geben, ist genauso absurd, wie zu behaupten, vorher war alles wunderbar. Wenn es die Aufklärung nicht gegeben hätte, lebten wir jetzt also in Frieden und Glück??? Na, toll... Und wenn die Aufklärung nicht gewesen wäre, würde man solche Menschen wie Dich und mich noch als Hexer verbrennen.

      Aber lassen wir es. Das alles ist für mich nicht mehr diskutabel.
    • Aha. Friede, Freude, Eierkuchen - seit der Aufklärung....
      Wieviel Kriege, Wahnsinn und Massengreuel hatten wir seitdem ?
      Wieviel von diesem tollen aufklärerischen Zeug ist dauerhaft irgendwo hängen geblieben ?
      Was unterscheidet ein "aufgeklärtes Massaker" von einem religiös-abergläubischen Lynchmob ?
      Nix. Außer, daß die Modernen nun noch bessere effizientere Waffen haben.

      Wir leben seit Ewigkeiten - im Unglück.
      Und das Urproblem - so ich es verstehe - liegt am Unverstandensein Gottes. Also der essentielle Mangel an menschlicher Selbsterkenntnis. Siehe Erich Fromm, den ich hier mal ins Feld führen möchte, unter anderem.
      Die Technik oder die zugrunde liegende Wissenschaftlichkeit sind doch gar kein Problem, das ist doch der einzige Faden, der konsequent und erfolgreich immer weiter und weiter entwickelt wird !
      Aber an sozialer Ethik hapert es ständig und wiederholt, Aufklärung hin- oder her.

      Nein, wir haben fundamentale Probleme mit dem "Menschsein". Die Aufklärung war ein guter Versuch - mehr aber auch nicht. Und er fruchtete genauso wenig und unvollständig wie die Theologien der großen Religionsgründer und Philosophen.
      Ich soll mich vor einem "Hexer-Urteil" fürchten ?
      Könnte unter Umständen angenehmer sein, als im Stacheldrahtverhau an der Somme .... oder im Eis an der Wolga.... oder am wissenschaftlich ausgetüftelten Gasvernichtungssystem im Lager X oder Y.
      Garantiert frei von Religiosität, haha.

      "Gott" geht zwingend ALLE an ! ÖFFENTLICH. Endlich. Aber man sieht ja seit 2000 Jahren: Vergeblich. "Denn sie wissen nicht, was sie tun". Stimmt.

      Ich feiere keine "Aufklärung", nein.

      PS.: Nachtrag: Du darfst nicht vergessen, daß ich ein Erleuchtungserlebnis hatte ! Das taugt bekanntermaßen nicht für "Beweisartiges", aber seitdem ist für mich diese "Gottesdimension" absolute Gewißheit - kein "religiöses Gemurmel".
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von somefish ()

    • somefish schrieb:

      Ohne wahre Gotteserkenntnis kann es nicht gehen !
      Und wie sieht die aus? Wie erkennt man sie? Ohne Wissen um sie?
      Da kann man nur glauben.

      Wenn mir ein 4-jähriger sagt: Er glaube, das 7+4=12 ist, ist das niedlich. Aber falsch!
      Und den Glauben, den Erwachsene haben, ist selten niedlich. Gotterkenntnis würde sich ja leicht erreichen lassen. Dann soll dieser "bärtige alte mann" seinen faltigen Hintern auf die Erde bewegen. Tut er nicht. Hat nen vollen Terminkalender.

      somefish schrieb:

      "Mensch & Gott"
      Mensch und ..bitte wer? Sei mir nicht böse. Aber es mag in diesem großen Universum oder Multiversum noch andere Lebewesen geben. Höher entwickelte, anders eben. Aber ein Gott, der auf uns herabschaut, auf uns Schäflein. Eher sind wir für ihn ein Ameisenhaufen. Und er ein kleines Kind mit Lupe.


      somefish schrieb:

      Aha. Friede, Freude, Eierkuchen - seit der Aufklärung....
      Wieviel Kriege, Wahnsinn und Massengreuel hatten wir seitdem ?
      Friede Freude Eierkuchen. Ja.
      Im Vergleich zu Kriegen, Brandschatzen, Vergewaltigung im Namen Gottes? Ich wäre an seiner Stelle sehr angepisst. Oder ich wäre sehr Stolz darauf, wenn mir Friede, Freude und Eierkuchen am Arsch vorbeigehen. Also gibt es einen Gott und er ist ein Arsch.
      Wenn man sich die Menschen anguckt und sie nach seinem Ebenbild geformt wurden. Dann bin ich froh keine Erkenntnis von ihm zu haben.

      Und nein, die Aufklärung ist genauso wenig perfekt. Dort wird auch viel Mist verzapft. Jeder definiert seine Wahrheit. Und man braucht ewig bis etwas als "gesichert" gilt. Beweise dauern ewig. Werden dann verworfen. Ja, aber dieses System haben wir Menschen entwickelt. Wir sind dafür verantwortlich. Wir müssen daran arbeiten.

      Und wir können da eben nicht den bequemen Weg gehen und uns auf irgendein Phantasiewesen berufen.
      Hauptsache man selbst ist aus der Verantwortung. "Der da oben ist schuld"
      Dann habe ich lieber dieses unschöne System. Aber ich versuche es zu ändern. Ich kann es nicht immer und überall. Aber ich kann dran arbeiten.
      :borg:
    • Sorry...mich haben in letzter Zeit zu viele mit Religion genervt.

      Ich weiß, dass du nicht DEN Gott meinst. Sondern das universelle Licht oder was weiß ich.
      Religion soll auch ihren Platz haben. Aber beide Seiten sollen eben ihre Positionen überdenken.
      Beide Seiten beflügeln ja eben einander.

      Die Aufklärug wäre nie entstanden, wenn da nicht Idioten andere für dumm verkaufen wollten.
      Und andersrum muss Religion sich auch erklären, wenn gesagt wird "Erde ist Kugel, nicht Pizza" :D
      :borg:
    • somefish schrieb:




      "Gott" geht zwingend ALLE an ! ÖFFENTLICH. Endlich. Aber man sieht ja seit 2000 Jahren: Vergeblich. "Denn sie wissen nicht, was sie tun". Stimmt.
      Wenn "Gott" oder seine Jünger, seine Gläubigen oder wer auch immer "Gott"
      und seine/ihre Werte, Thesen, Forderungen usw. mit Gewalt in allen Facetten
      unter die Ungläubigen/ Unerleuchteten bringt, wissen eben diese ("Gott" eingeschlossen)
      nicht was sie tun.
      Oder sie wissen es, was noch schwärzere Seiten des Menschen aufzeigt.

      Was dabei heraus kommt, sieht man in der Tat seit über 2000 Jahren
      und im Hier und Jetzt.

      Als Agnostiker kann ich das Universum und die Zeit mitsamt allem
      was kreucht, fleucht...kreuchte und fleuchte als "göttlich" ansehen;
      Letztlich der Wissenschaft sei Dank.


      Jou ;)
      Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst.
      Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī
    • Ich habe etwas gegen diese eeeewige pauschale "Blindannahme", alles sei sicher besser - irgendwie.
      Woher kommt das denn eigentlich ? Wir haben 2017, nun !? Wir können auf locker 300 Jahre Aufklärungsgeschichte zurückblicken.
      Und was sehen wir da ?
      Nein, ich finde das altbacken, reaktionär schon geradezu. Dieser völlig "irrelevante" (gutes Stichwort) und überholte Triumpf gegen "Gott" und Religionen.

      Aber freu Dich doch: "Ihr habt ja gewonnen". So sieht der geplünderte Planet auch mittlerweile längst aus.
      Magie ist, wenn man trotzdem lebt.
    • somefish schrieb:

      Wir haben 2017, nun !? Wir können auf locker 300 2000 Jahre Aufklärungsgeschichte Religion zurückblicken.
      Und was sehen wir da ?

      somefish schrieb:

      So sieht der geplünderte Planet auch mittlerweile längst aus.
      Ja....Und das Plündern hat nicht erst mit der Aufklärung begonnen. Sorry. Das Gold aus Süd- und Mittelamerika ist nicht wegen der Aufkärung nach Europa gekommen, sondern weil damit Gottes Häuser dekoriert werden mussten.

      Heute nutzt Gott seine Erleuchtung um Häuser und Menschen zu sprengen. Zumindest ein Teil von Gott. Oder sind es doch mehrere Götter?
      :borg: